Die Mondzeit beginnt, Teil 1

In den nachfolgenden beiden Blogartikeln werde ich auf die nun beginnende Mondzeit oder eben auch die Dunkelzeit genannte Jahreszeit, die mit dem Jahreszeitenfest Samhain beginnt, eingehen. Zuerst widme ich mich der dieser Jahreszeit entsprechenden „Hauptgöttin“ und ihren Verästlungen. Im zweiten Beitrag gehe ich auf die dazugehörige Bedeutung des Festes und einige Kristalle ein.
Und nun ich öffne den Vorhang für eine Göttin, die oftmals nicht als solche erkannt oder verdrängt wurde oder immer noch wird, die aber gerade in unseren Breitengraden eine enorm wichtige und große Rolle einnahm und immer noch einnimmt. Ich öffne den Vorhang für Frau Holle.
Frau Holle ist älter als die Wanen und Asen und wird so manches Mal als Riesin beschrieben und auch Huld, Holla, Hulda oder Holda genannt. Sie trägt viele Namen, so gehören zu ihr auch Hel, Venus, Freya, Isis oder Lilith, nur um ein paar Beispiele zu nennen. Bis heute finden wir ihren Namen überall verteilt, auch wenn wir uns dessen nicht bewusst sind, wie zB in Ortsnamen oder gar Bundesländern: Schleswig Holstein, Holleleben, Hollenstedt oder in Familiennamen wie Holdersleben oder Holderskamp.
Den meisten ist Frau Holle ein Begriff aus der Märchensammlung der Brüder Grimm. Darüber hinaus ist sie für viele unbekannt. Die wenigsten wissen, dass es bei der „Märchenerzählung“ um eine Ausbildung zur Priesterin geht. Diese dauert in der Regel ein Jahr und führt die Auszubildende in den Rhythmus der Jahreszeiten ein, in die Kunst der Kräuterzusammenstellung, des Räucherns, in die Mysterien der Tierwelt, und damit auch in die Qualitäten des jeweiligen Tieres und das Kunsthandwerk verschiedener Arten und Möglichkeiten. Dieser Weg ist nicht immer geschmeidig oder leicht. In dem erwähnten Märchen wird die Priesterin am Ende Goldmarie genannt, in älteren Überlieferungen wurde sie Erdenschlange oder kleine Erdschlange genannt. Ein Hinweis darauf, dass diese Ausbildung eng mit dem Abläufen von Mutter Erde verknüpft war und ist. Wer in dieser Zeit der Ausbildung nicht bereit war an sich zu arbeiten oder seine Zeit in diese Ausbildung zu investieren, erhielt keinen Abschluss und bekam in dem Märchen den Namen Pechmarie.
Die Hochphase der Frau Holle beginnt mit der Mondzeit. Samhain ist ein Mondfest und lädt uns zur Innenschau und dem inneren Rückzug ein. Frau Holle, die Göttin Holle, ist eine Göttin der Übergänge.
Das Licht schwindet und unterstützt uns bei diesem so notwendigen Rückzug. In manchen Legenden heißt es, dass sich Frau Holle, wie Lilith auch, auf die dunkle Seite der Mondin zurückgezogen hat als ihre Macht schwand, und dass sie zurückkehren würde, wenn die Menschheit hierfür bereit sei. Diese Zeit ist jetzt. Denn erst wenn wir bereit sind in die Dunkelheit zu schauen und unsere eigenen Schatten sehen und anerkennen, geschieht Entwicklung und anschließend der Wandel. Genau dies geschieht ab Samhain. Das dritte und letzte Erntefest. Die Tage werden kürzer, die Nächte länger. Mutter Erde wirft alle ihre Früchte und zum großen Teil, Blätter ab und geht in den Rückzug. Während es nach Außen unbelebt und trübe scheint, agiert sie im Verborgenen und löst sich von Vergangenem und bereitet sich stillschweigend auf das Neue vor. Ein stetig wiederkehrender Ablauf von Leben, Tod und Wiedergeburt.
All dies zeigt uns Frau Holle. Der großen Göttin mit den verschiedenen Namen und Facetten. Jede Jahreszeit hat eine andere Energie, eine andere Kraft und eine andere Essenz. Weshalb Frau Holle die unterschiedlichsten Namen und Facetten trägt. So ist sie auch Hel, Freya, Isis, Lilith und noch viel mehr.
Kein Mensch und erst recht keine Gottheit (und meiner Ansicht nach sind auch wir Menschen göttlich), sollte sich auf eine Eigenschaft reduzieren lassen. Wir alle haben die verschiedensten Anteile und Facetten in uns und jedes davon hat seine Berechtigung, unabhängig der Couleur, ob schwarz, weiß oder bunt.
Das Jahr neigt sich dem Ende. Viel ist geschehen seitdem das neue Jahr begann. Es erfüllte die Göttin und eben auch uns, mit neuen Erfahrungen, Erkenntnissen und vielleicht sogar auch neuen Bekanntschaften. Es ist eine Zeit der Fülle (entspricht der Farbe Gold) die sich durch die Verarbeitung während der Mondzeit in Schwarz verwandelt. Im Schwarz sind alle Farben enthalten und beschützt (im Sinne von Geborgenheit) und können in uns, wenn wir bereit sind in uns und für uns Zeit zu investieren zu wahren Schätzen heranwachsen. Erkenntnisse die als neuer Samen nach der Dunkelzeit wachsen und gedeihen können und werden.
Um uns diese Zeit zu vereinfachen oder zu verdeutlichen, ist die Vertiefung mit anderen Göttinnen, die ein Teil, ein Aspekt von Frau Holle sind, möglich. Weshalb ich an dieser Stelle einige von ihnen nennen werde. Jedoch sind dies nur ein paar wenige von ihnen. Weshalb ich an dieser Stelle ausdrücklich darauf verweise, dass ich keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebe. So findet u. a. die Göttin Hel oder Hekate hier keine weitere Nennung, auch wenn sie ebenfalls für diese Jahreszeit prädestiniert sind. Es würde schlicht den Rahmen sprengen.
Die drei Göttinnen, die ich hier erwähnen möchte sind:
- Ceridwen
- Lilith und
- Sheela na Gig
Die Göttin Ceridwen ist die Göttin, die alle Erlebnisse und Erfahrungen in ihren Kessel gibt und diese solange miteinander vermengt und verrührt, bis etwas Neues daraus entstehen kann und darf. Thema Neustart, verbunden mit der Farbe Weiß.
Die Göttin Lilith lässt uns in dieser Zeit erkennen, wo wir uns im vergangenen Jahr zurückgehalten oder gar zurückgenommen haben, aber auch, was wir geboren und neu erschaffen haben. Thema Fruchtbarkeit, verbunden mit der Farbe Rot.
Die Göttin Sheela na Gig ist vielen noch unbekannt. Dabei steht gerade sie für die Fülle, das Füllhorn. Sie ist die Göttin der Weisheit, der Erfahrung, des Wissens und des Erlebten. Thema Weisheit, verbunden mit der Farbe Schwarz.
Wer sich näher mit diesen Göttinnen und/oder dieser Jahreszeit beschäftigen möchte, dem empfehle ich mein Buch: Göttinnen, Rituale & Meditation im Jahreszeitenzyklus.
Eingangs erwähnte ich die Priesterschaft der Frau Holle und das hierzu auch die Vertiefung der verschiedenen Tierwesen gehört. Mit dem Beginn der Samhainzeit, die nicht mit dem 31.10. abgeschlossen ist, sondern erst beginnt, gehört das Erwachen der Drachen. Natürlich gehören in diese Zeit auch die Raben, Krähen und Füchse – selbstverständlich. Aber da die Drachen eine ähnliche Entwicklung durchlaufen mussten wie manche Menschen und manche Götter und Göttinnen, gilt ihnen eben mein Augenmerk. Deshalb möchte ich an dieser Stelle darauf hinweisen, dass die Zeit ab dem 1. Nov. bis ungefähr zum 22. Feb. eines jedes Jahres, die Zeit der Drachen ist. Die Drachen in ihrer reinen Form. Die Drachen mit all ihren Facetten, ihrer Vielfarbigkeit. Die Drachen mit all ihren Elementen und damit auch Temperamenten.
Verbindest du dich in dieser Zeit mit ihnen, jedweder Gestalt, erhältst du einen tieferen Zugang zu Mutter Erde, der Frau Holle und dir selbst. Genieße die Mondzeit, genieße die Zeit für dich und deine Weiterentwicklung und lasse dir jeweils immer genügend Raum dich auszuruhen und zu erholen.










